OpenHAB 2 – zentraler Knoten im Haus

13. August 2017 at 08:11
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Nach einigen Versuchen bin ich nun bei openHAB gelandet.

Fhem war mir zu schwer, da man meiner Ansicht nach perl verwenden muss und das ganze sehr komplex wird.
Das Thema ist nicht einfach, aber ich lege mehr Wert auf Entwicklung einfacher Module und dem WAF  (women acceptance factor)  – sprich einer schönen Oberfläche.

Aus Verzweiflung habe ich ein kleines Anzeigesystem mit Hilfe meines Sohnes aufgesetzt, ohne jegliche Automatisierung um Hintergrund.

OpenHAB v1 hatte ich mir einmal angesehen, aber dann doch wieder Abstand genommen. Version 2 gab es schon, aber bindings und andere addons waren noch nicht verfügbar.

Open HAB pro + contra

Pro

  • Man muss keine neue Programmiersprache lernen
  • Sehr flexibel
  • Sehr viele Systeme können angebunden werden: Alexa, MQTT, FritzBox, Openweather, knx, …
    D.h. alle notwendigen Schnittstellen sind vorhanden
  • Über die Anbindung mit MQTT, kann man sehr billige und gleichzeitig zuverlässige Komponenten integrieren
    Alle Aktoren und Sensoren sind bei mir so realisiert
  • Beispiele
    Es gibt ein paar sehr gute Seiten, die mir den Einstieg erleichtert haben
    http://onesmarthome.de
    https://klenzel.de
    http://openhab2.wermescher.com

Contra

    • Dokumentation
      Einige Dokumentation gibt es bereits, leider nicht vollständig. Im Forum muss man sich oft durch sehr, sehr lange threads quälen ohne das am Ende ein Verweis zu einer vollständigen Lösung gezeigt wird.
      Ähnlich wie beim Raspberry und der Umstellung von wheezy auf jessie, ist die Recherche für Open HAB 2 mühsam. Man findet viele alte Artikel für OpenHAB 1, in denen natürlich nicht sichtbar ist, dass man die in V2 nicht verwenden kann
    • Installation
      Eigentlich nicht schwer, aber die Vielfalt treibt einen in den Wahnsinn. Die Implementierungen sind für die einzelnen Plattformen verschieden,  so dass man die Installationsverzeichnisse nicht findet. Später hat man einigen Stellen Probleme die Konfiguration zu ändern. Ich wollte eigentlich mein NAS, eine DS416play, verwenden, welches extrem stabil 24/7 läuft, aber im Prinzip war kein Verzeichniss dort, wo es normalerweise sein sollte.
      Die Lösung: OpenHABian. Alles drin: Einfach perfekt.
    • Oberfläche für den Enduser
      Kurz: Ich bin noch nicht zufrieden.
      HABpanel ist zwar sehr gut und man kann ohne Programmierung gute Ergebnisse erzielen. Wenn man die Oberfläche ausreizen möchte, muss man aber Webseiten programmieren können
      HABmin: Die Erzeugung von Grafiken funktioniert bei gar nicht.

Was funktioniert bis jetzt ?

  • Smart Doorbell
    Wenn jemand an der Haustür klingelt erscheint das Bild der IP-CAM auf dem Tablet im Eingangsbereich.
    Das Bild wird abgespeichert, um auch Personen sehen zu können, die sich von der Kamera direkt abgewendet haben. Das Bild wird über pushbullet auf das Handy geschickt. Eine Mail kann generiert werden.
  • Anrufliste
    Ein und ausgehende Anrufe werden von der FitzBox geholt
  • Simulation der Anwesenheit
    Wenn alle Mobiltelefone nicht im WLAN sind, wird die Simulation gestartet.
    Abhängig von Sonnenauf- und untergang, werden Lampen nach Zufall geschaltet.
  • Termine Müllabfuhr 
    Auf dem Tablet ist sichtbar welche Entsorgung (heute,morgen), in den kommenden sieben Tagen (Mo, Di, ….) oder später (13.08) erfolgen wird
  • Wetter
    Auf dem Tablet kann man per touchscreen das Wetter angezeigt werden
  • 1wire Sensoren
    Momentan sind acht Sensoren installiert (Luft innen+außen) + Heizung.
    Die Daten werden von einem arduino geschickt. Dieser ist wesentlich stabiler als ein Raspberry. Der Pi hat offensichtlich Probleme mit dem Timing, so dass es immer wieder Aussetzer gab.
  • 433 MHz Funksteckdosen
    Vor 20 Jahren war mir nicht klar, wie die Installation aus heutiger Sicht aussehen sollte.
    Die einfachste und billigste Art ist eine Anbindung von Elro Steckdosen aus dem Baumarkt.
    Nachteil dieser Lösung: sie haben keinen Rückkanal, d.h. die Steckdose meldet nicht, ober der Schaltvorgang erfolgreich war oder ob sie überhaupt Signale empfängt
    Über einen Arduino habe ich einen sehr einfachen Sender gebaut, den man optimal platzieren kann.
  • Garagentor
    Die Originalsteuerung des Tors basierte auf einem 80MHz Sender. Als Ersatzteil aber sehr teuer und die Reichweite bescheiden. Also habe ich die Handsender von Elro (s.o.) verwendet und einen eigenen Empfänger gebaut.
    Mit der Anbindung der 433MHz Steckdosen konnte ich jetzt mit minimalem Aufwand das Tor ansteuern
  • Lampensteuerung
    Neben den 433 MHz System ohne Rückkanal verwende ich Module von itead . Ein Modul, um eine Lampe zu schaltet kostet nur $4 und besitzt ein gutes Gehäuse für die Montage.
    Für die Integration in OpenHAB gibt es eine gute Firmware mit MQTT Anbindung: tasmota .
    Diese ist leicht zu konfigurieren.
  • MySensors
    Dies Module bilden ein Mesh Netzwerk und können stromsparend aufgebaut werden – somit ist ein Betrieb mit Batterien möglich
  • Türschloss mit Zutrittskontolle
    Dies ist noch nicht ganz fertig, aber der Prototyp funktioniert bereits.
    Der RFID Leser ist an einem ESP8266 angeschlossen. Dieser basiert auf dem homie 2.x framework.
    Das Modul kann RFID-chips- und -karten sowie NFC von Mobiltelefonen lesen.
    Die Liste der bekannten RFIDs wird in OpenHAB hinterlegt und auf dem ESP gespiegelt.
    Somit funktioniert die Zutrittskontrolle auch dann noch, wenn der Server nicht erreichbar ist
  • Philipps Hue
    Die Bridge wurde automatisch gefunden. Ein Lampe lässt sich sehr schön dimmen.
  • Diagramme
    Grafana mit influxdb – anonymer Zugriff muss eingerichtet werden

Ausblick

  • Die Oberfläche muss noch wesentlich schöner werden
  • Bewegungsmelder basierend auf ESP8266 oder mySensors welcher per MQTT Nachrichten an OpenHAB schickt
    Abhängig von dem Modus wird dann Alarm ausgelöst oder nur in Abhängigkeit von der Tageszeit ein Lampe geschaltet. Weiterhin kann ein Bild von der IP Cam geholt werden.
    Wahrscheinlich eher mySensors: Vorteil: Geringer Stromverbrauch (also Batteriebetrieb möglich)
  • Sicherheit
    Die Anbindung der MQTT Module sollte TLS verwenden
  • Spiegelung
    Der Status des Systems sollte auch von unterwegs sichtbar sein.
    Mit myOpenHAB läßt sich dies einfach einrichten.
    Definitiv möchte ich das System nicht öffnen, um von außen darauf zuzugreifen
  • Sprachsteuerung
    Das reizt mich zwar, aber ich bin mir noch nicht klar, ob ich das wirklich will. Die System wie amazon echo oder Google schicken alles ins Internet.
    D.h. amazon oder google wissen dann sofort, was ich wann mache. Irgendwie gruselig.

Bilder

Ein paar Bilder von HABpanel, um einen Eindruck zu erhalten.
Einige Seiten sind noch im Entwicklermodus, d.h. nicht für Enduser gedacht.
Im Eingangsbereich hängt ein Android-Tablet, auf dem dies angezeigt wird. Dies wesentlich billiger als eine Bastellösung mit raspberry und Touchscreen. Letztendlich wird hier nur per browser auf HABpanel zugegriffen.

Home

Default-Seite. In dem linkem frame wird entweder eine Uhr oder das Wetter angezeigt. Ganz rechts die Buttons, um auf die anderen Seiten zu kommen. Dazwischen Uhrzeit, nächster Mülltermin, Wetter + Temperatur 1Wire. Ganz unten der Bereich für das Garagentor

Die alternative Ansicht der Home-Seite mit dem Wetter. Letztendlich eine einfache Anbindung einer externen Web-Seite. Diese kann sehr gut per touchscreen bedient werden.

Stundenplan

 

Zentrale

Dies ist nur für mich, um alle verfügbaren Schalter auf einer Seite anprechen zu können.
Weiterhin ist unten die Anwesenheit sichtbar, welche von der FritzBox abgeleitet wird.

 

1Wire

Die Temperturen von den 1Wire Sensoren. Diagramme aus grafana.

Wetter

Wieder eine einfache Einbindung einer Web-Seite.

IP CAM

Das große Bild ist die live Ansicht. Rechts zwei Bilder die unmittelbar nach dem klingeln aufgenommen werden.

Doorlock

Hier sieht man die Anbindung des Prototyps. Der lange String ist das JSON Format, welches der ESP sendet. Die Zuordnung zum Namen erfolgt in OpenHAB über eine transformation.

Log-Viewer

Standard Tool von OpenHAB – extrem hilfreich bei der Entwicklung

Struktur

  1. Ebene

 

2. Ebene