Anzeigesystem für Startlisten / Turniere

7. Oktober 2016 at 08:27
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Bei unserer deutschen Meisterschaft gab es rund 150 Starts verteilt über drei Tage.

Da die alten Lösungen mittels Beamer und PowerPoint zu viele Nachteile hat haben wir ein neues System aufgebaut.

Folgende Merkmale wurden realisiert:

  • Gute Lesbarkeit auch in hellen Räumen
  • Ansprechendes Design
  • Dynamische Berechnung der Startzeit für nachfolgende Fahrer
  • Anbindung der lokalen Systeme über WLAN
  • Verfügbarkeit der Daten in entfernten Gebäuden,
    z.B. Unterkunft in den Räumen der Schule
  • Anzeige auf mobilen Geräten der Teilnehmer
  • Einfache Änderung der Startliste: Reihenfolge, Namen, etc.
  • Anzeige kann für Pausen umgeschaltet werden: Uhr, Fotoschau

odm_tv  odm_mobil

 

Starterlisten sind grundsätzlich schon überholt, wenn Sie gedruckt werden. Es ergeben sich immer wieder während des Tages Verzögerungen oder Verschiebungen in der Reihenfolge. Daher sollte die Anzeige in der Halle flexibel sein.  Jeder Teilnehmer sollte auf seinem Mobiltelefon die Startlisten sehen können, da die Vorbereitungen nicht in der Wettkampfhalle stattfinden.

 

Für die Pausen oder in Zeiten, in denen man das System warten muss, kann man die Anzeige auf eine Wordclock umstellen oder eine Fotoschau laufen lassen.

Beides kam bei den Teilnehmer sehr gut an.

odm_wordclock

odm_fotoshow

 

Das System basiert auf einer Web-Seite, welche per WLAN zur Verfügung gestellt wird und auf einer Internet-Seite repliziert wird. Somit können alle lokalen Systeme über ein gesichertes WLAN zugreifen. Alle mobilen und entfernten Systeme holen sich die Daten über Mobilfunk.

 

Beamer können ein großen Bild projizieren, aber leider ist die Darstellung in hellen Räumen nur mir sehr teuren Geräten zu realisieren. Als Alternative bieten sich Fernseher an, welches ein perfektes Bild liefern. Wir haben in der Halle zwei Geräte mit einer Diagonale von 55 und 60 Zoll aufgestellt. Mietpreis pro Fernseher: 150EUR + 15 EUR für Ständer/Truss. An den Fernseher wurde ein FireTV (Box od. Stick) angeschlossen, welcher mit dem gesichertem WLAN verbunden wurde.

Zwei Probleme gab es mit dem FireTV: wir konnten keinen Fullscreen Browser finden und mussten selber per Sideload einen eigenen Browser als apk-Datei hochladen. Im laufendem Betrieb hat sich die Box nach 30 min abgeschaltet, da keine amazon Anwendung aktiv war. Die Pausenzeit kann man mit der App App-Starter aber verlängern.

Übrigens sollten man die Kindersicherung ausschalten, da sonst das FireTV für die Verifizierung auf das Internet zugreifen will.

Ein Anleitung für den FireTV gibt es hier: FireTV im Kiosk Modus für web-basiertes Anzeigesystem

 

Neben den Fernsehern eignen sich auch alle Notebooks mit WLAN als Anzeigesystem. Wir haben ein Gerät direkt an der Anmeldung/Kasse aufgestellt. Weitere Geräte kann man im Bewirtungsbereich oder Aufenthaltsräumen zur Verfügung stellen. Da nur ein Browser läuft,  kann man auch alte Notebooks für diese Zwecke verwenden. Wir haben einige Linux-Derivate ausprobiert. Mint ist sehr einfach zu konfigurieren. Porteus bietet sich für Bereiche an, in den man den Zugriff nicht kontrollieren kann. Bei Porteus gibt es quasi keine Möglichkeit das Gerät zu manipulieren. Leider ist die Konfiguration nicht ganz trivial und man sollte dafür die Systemlandschaft zwei Wochen vor dem Event ausprobieren können.

odm_notebook

Als Web-Server kam ein raspberry mit einer statischen IP-Adresse zum Einsatz. Alle Browser der WLAN Geräte haben sich mit der statischen IP verbunden. Man kann die Web-Seite aber auch auf das Notebook legen. Der raspberry hatte zusätzlich nur einen cronjob, der die Daten jede Minute per ftp auf den Internet-Server geladen hat. Dies war redundant, da die Admin-Oberfläche dies automatisch macht.

 

Grundsätzlich sind zwei Dinge problematisch, die man vor Ort testen muss:

WLAN Reichweite und Mobilfunk. Bei uns gab es zwei Hallen, die über ein Bewirtungsbereich verbunden waren. Leider konnte die zweite Halle nicht mehr über WLAN erreicht werden. Der Mobilfunk war zwei Tage vor der Veranstaltung ausreichend. Als es jedoch Ernst wurde, konnte nur mit einer externen Antenne eine GPRS-Verbindung sichergestellt werden. Also unbedingt vor Ort die Router und Access Points aufstellen und die Signalqualität betrachten.  Im Idealfall macht man dies, wenn eine Veranstaltung stattfindet, da enormer Funkbetrieb herrscht, wenn 300 Mobilgeräte anwesend sind.